Turnerschaft 1912 e.V. Mülheim-Ruhr-Saarn

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2007 - Ein turbulentes Jahr 

Das Jahr 2007 steht für die Leistungsturnabteilung wohl vor allem im Zeichen der Veränderung. Während wir seit Jahren mit Übungen gearbeitet haben, die wir in- und auswendig konnten und mit deren Abläufen wir vertraut waren, bekamen wir am Anfang des Jahres vom deutschen Turnerbund ein Paket mit komplett neuen Übungen, die nicht unbedingt auf unser Verständnis trafen. Unter dem harmlosen Titel "Die neuen Pflichtübungen P1 bis P10 und Kür modifiziert weiblich" legte der DTB ein ganz neues Wettkampf- und Wertungssystem vor. Wir kamen uns wohl eher oftmals vor wie in einer Lateinstunde. Das Wort P-Stufen, der neue Name unserer Übungen, wurde unser persönliches Unwort des Jahres 2007. Zusätzlich zu den schwer verständlichen Übungen, die außerdem teils völlig am Training der letzten Jahre vorbeigingen, trafen wir auf Bewertungsmaßstäbe, die den Weg für viele Mädchen in die Wettkämpfe zu verbauen schienen. 

Ich habe nicht gezählt, wie oft wir die Fragen unserer Kinder mit einem müden „ Ich weiß es nicht“ beantworten mussten. Was sollte aus dem Turnen, das wir bisher gemacht haben, werden? Dennoch, wir haben uns durchgebissen. Wir haben Lehrgänge besucht (deren Leiter oft selbst nicht weiterwussten), haben mit einem zerknirschten Lächeln jede  Neuerung des DTB immer und immer wieder zusammengesetzt und schließlich begonnen, unsere eigenen kleinen Wettkämpfe zu organisieren. Anfangs ohne Punkte, aber mit anderen Vereinen.  

Doch es gab welche, die uns auf diesem Weg motiviert haben, und das waren unsere Mädchen. Die immer noch mit großen Augen alles aufgenommen haben, was wir an Neuem mitbrachten und nicht müde wurden, Übungen immer wieder neu zu üben, Teile zu verändern, den Satz „ hm, letzte Woche hast du aber noch gesagt…“ nicht immer auszusprechen und uns doch nicht persönlich übel zu nehmen, dass wir eben manchmal auch nicht weiter wissen und selbst heute auf Wettkämpfen noch Überraschungen erleben.   

Carolin Oberem

Die Unruhe hat sich langsam gelegt. Wir haben festgestellt, dass viele Mädchen eben doch noch Wettkämpfe turnen können und dass im Grunde alles halb so schlimm ist. Eine große Erleichterung stellten dabei unsere neuen Geräte dar, die wir vom Verein bekommen haben und die wir uns seit Jahren nicht gewagt haben zu wünschen. Der Sprungtisch, der das frühere Pferd ablöst, ist auf immer mehr Wettkämpfen zu sehen. Dass wir das Glück haben, ihn in unserem Training verwenden zu können, ist ein riesiger Vorteil. Genauso der Stufenbarren, der im Gegensatz zu unserem alten Stufenbarren auch wettkampftauglich auseinander gedreht werden kann und das Sprungbrett, das Federn hat. 

Mittlerweile haben wir einige Erfolge in diesem Jahr zu verzeichnen, die uns zeigen, dass sich die ganze Arbeit absolut gelohnt hat:

 

Wettkämpfe

Qualifikation Rheinische Meisterschaften

Die Qualifikation für die rheinischen Meisterschaften war unsere erste „richtige“ Probe der neuen Übungen. Da dieser Wettkampf noch etwas chaotisch ablief, einigten wir uns, nicht alle Geräte durchzuturnen, sondern einheitlich für alle Mädchen den Wettkampf nach 2 bzw. 3 Geräten abzubrechen. Dennoch war er keine schlechte Vorbereitung für die rheinischen Meisterschaften, bei denen wir allerdings aufgrund schwieriger Vorbereitungen dieses Jahr ziemlich weit hinten platziert waren.

  

Jahrgang 1991/1992: 3. Platz: Lara Hesselmann.  - Jahrgang 1993/1994: 5. Platz: Luisa Oesterwind, 7. Platz: Svenja Achenbach, 11. Platz: Megan Bogatzki, 12. Platz: Vera Kress

 

Stadtmeisterschaften Mülheim an der Ruhr

Wir haben auch in diesem Jahr erneut den wandernden Horst-Soyk-Pokal für den besten Mülheimer Verein erfolgreich verteidigt!  

 

Cilly-Knaust-Pokal

Der Cilly-Knaust-Pokal, benannt nach der ehem. Präsidentin des Rheinischen Turnerbundes, war eine völlig neue Erfahrung für uns. Es handelt sich hierbei um einen Mannschaftswettkampf, bei dem sich die Mannschaft  aus Mädchen unterschiedlicher Jahrgänge zusammensetzen darf, die dementsprechend unterschiedliche Übungen turnen.

Damit die Übungen trotzdem vergleichbar gewertet werden können, wird das Ergebnis der jüngeren Mädchen mit einem Faktor multipliziert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Mannschaft, die aus Antonia Derks, Anna Zons (beide Jahrgang 1998), Caroline Oberem (Jahrgang 1996), Megan Bogatzki (Jahrgang 1994), Luisa Oesterwind, Svenja Achenbach (beide Jahrgang 1993), Lara Hesselmann (Jahrgang 1992) und Nora Jeppel (Jahrgang 1986) bestand, erreichte einen zehnten Platz, was bei 23 teilnehmenden Mannschaften eine tolle Leistung ist!
 
Für 2008 sind bereits wieder neue Übungen angesagt, diesmal aber langfristig. Wir lassen uns nicht entmutigen, sondern sind guter Dinge und haben viele Pläne. In diesem Sinne, auf ein fröhliches, erfolgreiches und verletzungsfreies 2008!

Eure Nina Sonnenberg